Konzeption - 10

Table of contents

4. Integrationsprojekt als Besonderheit in unserem Hort

4.1 Intensionen des Projektes

Die Intensionen des Projektes sind eine intensive Unterstützung für Hortkinder und deren Familien bei Problemen und schwierigen Lebenssituationen und die positive Unterstützung und Verknüpfung zwischen Schule und Hort.
Die Umsetzung des Integrationsprojektes geschieht durch eine Integrationsfachkraft für die Schule und den Hort, mit der fachlichen Unterstützung vom Amt für junge Menschen und Familien Lindau.
Unser Ziel ist es, durch mehr Fachpersonal, ein größeres Arbeitsfeld abzudecken und individuelle Unterstützung zu bieten.

Der Grundgedanke dieses Projektes ist es, den Familien mit ihren Kindern in schwierigen Lebenssituationen und den daraus resultierenden Problemen, übergreifende Hilfe anzubieten. Den Kindern mit Entwicklungsbeeinträchtigungen, die eine jugendhilferelevante Indikation darstellen (Hilfe zur Erziehung und/oder Eingliederungshilfe), eine entsprechende Betreuung und Förderung anzubieten. Auf Grundlage der Hilfeplanung entwickeln die Fachkräfte mit allen Beteiligten neue Ziele und Methoden, so wie deren Realisierung. Die Kinder werden mit all ihren Stärken wie Schwächen ganzheitlich gesehen und über verschiedene Kanäle zur positiven Entwicklung begleitet. Da dies ohne die Eltern/Personenberechtigten nicht möglich ist, bedarf es einer nahen und intensiven Elternarbeit. In Kooperation mit allen Beteiligten bieten wir den einzelnen Kindern und deren Familien neue Lösungsansätze für die unterschiedlichsten Entwicklungsbeeinträchtigungen oder Probleme an. Diese Zusammenarbeit bezieht sich vorwiegend auf die Grundschule, schließt jedoch die anderen Schulen nicht aus. Eine gezielte, individuelle Hilfe beinhaltet den Kontakt zu den verschiedenen Institutionen wie z.B. Erziehungsberatungsstelle, Therapieeinrichtungen, anderen Fachpersonen bis hin zu Freizeitanbietern.

Das gesamte Team arbeitet an dieser umfangreichen Aufgabe mit, wobei unsere Heilerziehungspflegerinnen/Integrationskräfte überwiegend den schulischen Part und die individuelle Elternarbeit übernehmen. Das zusätzliche Personal arbeitet mit Kleingruppen bei den Hausaufgaben, um die intensive und individuelle Unterstützung bei den verschiedensten Teilleistungsstörungen. (ADS / ADHS, Dyskalkulie, Legasthenie) oder Blockaden zu geben. Das Personal kann durch den höheren Personalschlüssel individuelle Freizeitgestaltung in Kleingruppen anbieten und somit die Konfliktpunkte senken bzw. die Lernsituationen erst schaffen.

4.2 Konzept des Projektes

Für einige Kinder ist es vom ersten Schultag an notwendig, dass sie in der Schule individuell unterstützt werden. Nur durch diese intensive Unterstützung der Integrationskraft können diese Kinder in der Regelschule bleiben oder erst dieses Ziel erreichen. Diese Kinder können so in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben, sich dort angenommen fühlen und entwickeln. Ihr vertrautes Umfeld hilft ihnen dabei.

In Gesprächen mit allen Beteiligten (Eltern, Hort, Schule und Therapeuten) wird die Durchsetzung der neuen Erziehungsziele individuell auf jedes Kind abgestimmt und so immer auf dem aktuellsten Stand gehalten. Allen Beteiligten sind die pädagogischen Absprachen bekannt, werden dokumentiert und immer wieder überprüft. Dies gibt den Kindern Stabilität, verlässliche Strukturen und Sicherheit. Probleme, Rückschläge, wie auch Erfolge werden gemeinsam getragen wie auch erlebt.

Um gemeinsame Ziele erreichen zu können, darf es keine Schuldzuweisungen geben, sondern nur ein aktives Miteinander.

Unsere Pädagogik baut auf positive Unterstützung und Lob. Negatives Verhalten wird entweder sofort durch Gespräche aufgezeigt, oder wenn möglich ignoriert. Für die Wertevermittlung oder Veränderung bauen wir auf unser gutes Vorbild und die Integration mit den anderen Kindern, wie Gespräche und Projekte.

 

4.3 Ziele des Projektes

4.3.1 In der Grundschule

  • Sensibilisierung für die besonderen Bedürfnisse der Kinder. Gemeinsam mit den Lehrern Ideen entwickeln, wie man das einzelne Kind noch besser unterstützen kann.
  • durch Beobachtung die Stärken und Kompetenzen der Kinder wahrnehmen.
  • Raum zur Entfaltung schaffen, damit die Kinder ihre Stärken erleben und selbst erkennen können, wenn erste Erfolge und die daraus entstehenden positiven Gefühle erreicht wurden
  • individuelle Verstärkungsprogramme einsetzen
  • die Sozialkompetenz der Kinder erhöhen (Magic Circle), bei konkretem Bedarf, so wie zur Prävention von Konflikten. Konflikte werden besprochen und Lösungen erarbeitet. Die Kinder erfahren Sicherheit durch die vertraute Person, die bei Problemen mit Lehrern oder Mitschülern hilft und bespricht. (Turnbeutel vergessen/ Streitigkeiten)

 

4.3.2 Im Hort

  • den Kindern Sicherheit geben
  • bei schulischen Problemen (Hausaufgaben, schlechte Noten, Ärger, Streitigkeiten), die mit in den Hort getragen werden, Klärung schaffen
  • Abmachungen, die mit den Lehrkräften vereinbart wurden mit dem Hortpersonal besprechen, (Hausaufgaben, Hygiene, Verhalten, etc.)
  • neue Arbeitstechniken aus der Schule werden an das Hortteam schnell vermittelt, damit die Kinder in der selben Arbeitstechnik unterstützt werden können
  • Schulaktionen werden schneller und zuverlässig mitgeteilt (Krankmeldung der Kinder, Ausflüge, Schulaktionen, Unterrichtsausfälle, etc.).
  • mit dem Hortteam neue Strategien entwickeln und gemeinsam umsetzen
  • kleine Projekte, die die Stärken und Kompetenzen der Kinder hervorheben, anbieten wudurch das Selbstbewusstsein der Kinder durch ihr eigenes Tun gestärkt wird. 
     

Die Kinder sind nicht ausgeschlossen, sondern erleben Erfolg in der Gemeinschaft mit vielen Gleichaltrigen in beiden Institutionen.

                                                            Fernziel Inklusion


4.3.3 Für und mit den Eltern, in Schule und Hort

Partner sein bei Lehrer- und Elterngesprächen
kleine Problemchen sofort klären bevor ein Problem entsteht
Einzelgespräche mit den Eltern
Gespräche mit allen Beteiligten gemeinsam
Diskretion, soweit diese zum Wohle des Kindes möglich ist
Hilfe zur Selbsthilfe
Ehrlichkeit zu allen Beteiligten
schriftliche Vereinbarungen verfassen und gegebenenfalls einfordern
Anerkennung und Ernstnahme der Elternrolle
Engagement
Sensibilisierung für die Probleme des Kindes
Stärken und positive Entwicklungen der Kinder aufzeigen und sich gemeinsam mit den Familien darüber freuen
Liebe zum Kind unterstützen
Verhaltensweisen aufzeigen und deren Wirkung
Eltern durch die Mithilfe im Hort integrieren (bei Ausflügen, gemeinsame Beschäftigungen wie z.B. Backen, Malen oder bei den Hausaufgaben unterstützen)
 

Dieses größere Ganze muss natürlich von allen Hortmitarbeitern getragen werden. Um den unterschiedlichen Anforderungen gewachsen zu sein, muss das Team eine Einheit bilden.

Da nun zwei Gruppen direkt an der Grundschule sind, werden natürlich die gemeinsamen Aktivitäten, der Austausch, die Kooperation, das gegenseitige Aushelfen bzw. Mithelfen, die Nutzung von gemeinsamen Räumen mehr werden und beide Institutionen können von einander lernen und profitieren davon.


4.4 Hospitation

Da sich das Integrationsprojekt seit Jahren als Gewinn für alle Beteiligten, aber besonders für die Kinder, dargestellt hat, haben wir weiteres Fachpersonal für Hospitationen einmal die Woche in Grundschule, Förderschule und Hauptschule integriert. Das Fachpersonal kann in kleinerem Rahmen den einzelnen Kindern, wie Eltern ihre Unterstützung anbieten.


4.5. Kooperationsvertrag mit der Antonio-Huber Schule SFZ Lindenberg
Seit September 2013 besteht ein Kooperationsvertrag mit der Antonio-Huber Schule SFZ Lindenberg. Durch Personal, dass in beiden Häusern arbeitet, soll hier eine übergreifende Zusammenarbeit entstehen. Nicht nur das gegenseitige Nützen der Räume und die gemeinsamen Aktionen, sondern auch der Austausch an Fachwissen soll uns in unserer Arbeit bereichern.

 

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