Konzeption

« Zurück Alle Seiten Weiter »
Table of contents

 

Hier können Sie die
zugrunde liegende
Rahmenkonzeption
der AWO-Kindertagesstätten
als PDF herunterladen.

Willkommen im AWO-Hort
Lindenberg

 

Leitung:
Susanne Hollerweger

Stellvertretende Leitung:
Sabine Graf

Träger:
Arbeiterwohlfahrt Schwaben e. V.
Sonnenstraße 10
86382 Stadtbergen

 

Vorwort

1.

Die Einrichtung AWO Kinderhort Lindenberg

 1.1 Allgemeines
 1.2 Pädagogisches Personal
 1.3 Haus 1: Saphir Kinder im Grundschulalter
 1.4 Haus 2: Schlössle  3. - 7. Klasse
 1.5 Ferienbetreuung
 1.6 Elternarbeit
 1.7 Teamarbeit
 1.8 Organisation
 1.8.1 Öffnungszeiten
 1.8.2 Kosten
 1.8.3 Tagesablauf
 1.9 Situationsanalyse
2.

Ziele der Einrichtung (Angelehnt an den Sozialbericht 2006 der
Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.)

 2.1 Umsetzung der Ziele
 2.2 Wertvorstellungen
3.

Pädagogisches Konzept: „Offene Arbeit“

4.

Integrationsprojekt als Besonderheit in unserem Hort

 4.1 Intension des Projektes
 4.2. Konzept des Projektes
 4.3. Ziele des Projektes
 4.3.1 In der Grundschule
 4.3.2 Im Hort
 4.3.3 Für und mit den Eltern in Schule und Hort
 4.4 Hospitation
5.

Prüfung unserer pädagogischen Arbeit

6. Reflexion

Schlusswort



Vorwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

mit unserer einrichtungsspezifischen Konzeption möchten wir uns mit allen Besonderheiten, unseren Zielen und Methoden als Dienstleistungsbetrieb vorstellen,.

Wir, als sozialpädagogische Kindertageseinrichtung möchten unsere aktuelle, handlungsorientierte Konzeption, welche die Grundlage unserer täglichen pädagogischen Arbeit ist, transparent einer interessierten Öffentlichkeit, den Eltern, unserem Träger, anderen informellen- wie formalen Institutionen, therapeutischen Einrichtungen und den für uns zuständigen Behörden vorlegen.

Diese aktuelle Konzeption ist ein offenes Projekt, das jährlich auf die neuen Gruppenstrukturen, individuellen Bildungsziele, unsere Methodik und deren Umsetzung angeglichen und überarbeitet wird.

Unsere Einrichtung arbeitet nach folgenden gesetzlichen Vorgaben und trägerspezifischen Grundsätzen bzw. Konzeptionen.

Die Konzeption der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Schwaben e. V. für die Tageseinrichtungen für Kinder
Diese Konzeption ist die verbindliche Festlegung hinsichtlich der pädagogischen Ausrichtung und Arbeitsweise, der Struktur und Aufgabenstellung für alle Kindertageseinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt Schwaben e. V.

Diese Konzeption ist Grundlage für die Erstellung der einrichtungsbezogenen Konzeptionen.

Grundsatzprogramm des Arbeiterwohlfahrt Bundesverbandes e. V. Bonn
Dieses Grundsatzprogramm der Arbeiterwohlfahrt, wie auch deren Einrichtungen vertreten folgendes Leitbild:

Wir bestimmen – nach unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der Arbeiterbewegung unser Handeln, durch die Werte des freiheitlichen- demokratischen Sozialismus: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit

Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine soziale und gerechte Gesellschaft kämpft und politischen Einfluss nimmt. Diese Ziele verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen.

Wir fördern demokratisches und soziales Denken und Handeln. Wir haben gesellschaftliche Visionen.

Wir sind fachlich kompetent, innovativ, verlässlich und sicher durch unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Empfehlung für die pädagogische Arbeit in bayerischen Horten
Bekanntmachung des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (Vom 22.09.2003 Nr. VI 4/7358-1/19/03)

  1. Auftrag des Hortes
  2. Grundbedürfnis von Kindern
  3. Schlüsselkompetenzen zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben
    3.1. Personale Kompetenze
    3.2. Soziale Kompetenzen
    3.3. Wissenskompetenzen
    3.4. Lernkompetenzen
    3.5. Besondere Schwerpunktsetzungen
  4. Sozialpädagogische Arbeitsweisen
  5.  Zusammenarbeit mit den Eltern
  6. Zusammenarbeit mit der Schule
  7. Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine qualifizierte Hortarbeit


 


1. Die Einrichtung: AWO Hort Lindenberg

Unser Hort in Lindenberg ist ein Integrationshort, sowie eine Familien unterstützende und Familien ergänzende Kindertagesstätte.

Die Erlaubnis für den Betrieb eines Hortes wird nach § 45 SGB VIII erteilt. Das BayKiBiG (Bayerisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz) ist für bayerische Kindertagesstätten die rechtliche Grundlage auf Landesebene. Orientierung zum Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag geben die „Empfehlungen für die pädagogische Arbeit in bayerischen Horten“.

Wir sind beauftragt mit den Zielen der Erziehung, Bildung und Betreuung von Schulkindern. Diese Ziele werden in zwei Gruppen für Kinder im Grundschulalter und einer Jugendgruppe verfolgt.
Wir sind eine sozialpädagogische Einrichtung (in zwei Häusern) und setzen unsere  Schwerpunkte vor allem auf Eigenverantwortung, Gemeinschaftssinn, Persönlichkeitsentwicklung, Integration und Konfliktbewältigung.

Wir arbeiten nach dem „Offenen Konzept“ mit Funktionsräumen und den darin vorbereiteten Materialien, die sich nach den Bedürfnissen der Kinder variabel verändern.

Unsere Adressen sind:

Haus 1: Antoniusplatz 2, 88161 Lindenberg, Tel. 08381 – 9485769

Haus 2: Rathausstraße 10, 88161 Lindenberg, Tel. 08381 – 82879

Die Betriebserlaubnis erteilte uns das Landratsamt Lindau für 110 Kinder in zwei Häusern.

1.1 Allgemeines

Wir bieten einen Erlebnis- und Erfahrungsraum, sowie eine individuelle Pädagogik für Schulkinder, im Alter von 6 bis 14 Jahren, in all ihren Lebensbereichen mit Lern- und Übungsfeldern, sowie täglich ein harmonisches und persönliches Ankommen der Kinder.

Unsere pädagogischen Fachkräfte vermitteln Geborgenheit und Sicherheit und wir bieten den Kindern und Jugendlichen täglich ein gesundes, warmes und abwechslungsreiches Mittagessen. Ein kleiner Snack am Abend, der nach den Wünschen der Kinder gemeinsam vorbereitet wird, rundet den Horttag ab.

Weitere Angebote unseres Hortes sind, eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung der schriftlichen Arbeiten von Montag bis Donnerstag und eine sinnvolle Freizeitgestaltung durch  Spiel und Spaß, Bewegung und Ruhephasen, so wie durch gemeinsame Aktivitäten, Feste und Projekte an Freitagen und in den Ferien.

In unserer Einrichtung wird nicht nur sehr viel Wert auf das Wohl der Kinder gelegt, sondern auch auf das der Eltern. Dies erreichen wir durch eine individuelle und erziehungspartnerschaftliche Elternarbeit, die auf Vertrauen basiert, wie z. B. Feste, Ausflüge und Aktivitäten für die Familien, sowie Elterngespräche und Elternabende.

Besonders an unserem Hort ist auch die enge Zusammenarbeit mit der Grundschule, Förderschule und Hauptschule. Im Rahmen des Integrationsprojektes haben wir die Möglichkeit, den Kinder und Jugendlichen und deren Familien, die mehr Förderung brauchen, mehr Unterstützung zu bieten.

1.2 Pädagogisches Personal

Hortleitung                                                                                              

Erzieherinnen/ Heilerziehungspflegerinnen

Kinderpfleger/Innen                                                  

1.3 Haus 1: Für Kinder im Grundschulalter

Im Haupthaus sind alle Räume des Hortes im 1.+ 2. Obergeschoss untergebracht. Folgende Räume stehen uns und den Kindern zur Verfügung:

ein Leitungszimmer, ein Lager, ein Werkraum, ein Bewegungsraum, ein Kreativraum,
ein Konstruktionsraum/Jungszimmer, ein Snoezelenraum, ein Medienraum/ Mädchenzimmer, ein Kinderrestaurant, eine Küche, Kinder WC´s, ein Personal WC, ein Behinderten WC und ein Garten (ca. 320 qm²) mit den Elementen Wasser und Sand, Balancierelemente, Pausenhof für Bewegungsspiele und Kinderfahrzeuge.


1.4 Haus 2: „Schlössle“ (3.- 7. Klasse)

Im Erdeschoss mit Eingang und Windfang befindet sIch ein Mädchenzimmer, eine Kindergardarobe, ein Atelier, der Sanitärraum für Kinder und der Flur mit Regal für die Schulranzen.

Die 1. Ebene umfasst den Haupteingang, ein Wohnzimmer, ein Jungszimmer, ein Medienraum, die Küche mit einem großen Esstisch, eine Putz- u. Abstellkammer, das Büro, den Sanitärraum für die Erwachsenen und einen Flur.

In der 3. Ebene befinden sich ein Gesprächsraum,ein Snoezelenraum, eine Küche und drei weitere Räume, die für das konzentrierte Arbeiten während der Hausaufgaben genützt werden.

Das Außengelände ist eingefriedet und die Spielgeräte stehen jeweils am Rand, damit die Jugendlichen Raum zum Spielen haben. Auf dem Freigelände befinden sich mehrere Blumenbeete, ein Basketballkorb, eine Doppelschaukel, ein Fußballtor mit Rasenfläche und ein Kletterturm. In zwei Garagen sind Kinderfahrzeuge und Außenspielmaterialien untergebracht.
 



1.5 Elternarbeit

Eltern und Hortfachkräfte stehen zueinander in einem Verhältnis der Erziehungspartnerschaft, denn beide Seiten tragen die Verantwortung für die bestmögliche Entwicklung der Kinder.

Wir sehen die Eltern nicht als zahlende Außenstehende, sondern möchten mit ihnen eine Partnerschaft zum Wohle der Kinder eingehen. Die Eltern sind für uns wichtige Ansprechpartner, auf deren Hilfe wir hoffen und angewiesen sind. Gleichzeitig möchten wir für die Eltern Ansprechpartner und Vertrauensperson bezüglich der Entwicklung und Erziehung ihres Kindes sein.

Was wir den Eltern bieten:

  • Diskretion
  • Bei Problemen immer ein offenes Ohr. Wir sind jeder Zeit zu einem kurzen „Tür und Angelgespräch“ bereit und/oder nehmen uns nach Terminvereinbarung auch Zeit für ein ausführliches Elterngespräch. In diesen kann unsere Beobachtungen über die Erfolge oder Schwierigkeiten des Kindes gemeinsam besprochen und neue Ziele vereinbart werden.
  • Hilfestellung in pädagogischen Fragen und Vermittlung von Fachdiensten und Beratungsstellen
  • Anerkennung und Ernstnahme der Elternrolle
  • Engagement, d. h. wir üben unseren Beruf mit Freude aus
  • Transparenz unserer Arbeit
  • Informationsfluss durch Plakate, Elternbriefe, Elternabende
  • Elternbefragungen
     

Wir erwarten von den Eltern:

  • Entgegenbringen eines gewissen Vertrauens
  • Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit für organisatorische Dinge (pünktliches Abholen, Rücklaufzettel, Bezahlungen, Tagesabmeldungen, Ferienbuchungen)
  • Engagement: Anteilnahme am normalen Hortalltag, Teilnahme an Elternabenden und sonstigen Veranstaltungen
  • Anerkennung unserer Fachkompetenz
  • Offenheit für therapeutischen Rat. Wir kennen unsere Grenzen und müssen manchmal an andere Fachkräfte verweisen.
  • Dass Sie den Hort als Bereicherung für den Alltag Ihres Kindes ansehen


1.6 Teamarbeit

Wichtig für unsere Arbeit im AWO Hort Lindenberg ist die Transparenz der Methoden, Ziele und Regeln. Um dies leisten zu können bedarf es eines starken Teams.

Gerade im Team soll und muss der Austausch von Informationen untereinander fließen, damit alle Beteiligten die Kinder gleichermaßen unterstützen und begleiten können.

Ein starkes Team gibt Struktur und Verlässlichkeit, Geborgenheit und Orientierung.

In den Teamsitzungen werden Absprachen vereinbart, neue Zielsetzungen festgelegt, Beobachtungen analysiert und daraus nötige Veränderungen besprochen und deren Einhaltung immer wieder kontrolliert. In diesem Rahmen können Gesprächsergebnisse von Fachberatungen weitergegeben werden. In den Teamsitzungen ist die Ruhe, um Fortbildungserkenntnisse an die Kollegen weiterzugeben und deren Umsetzung zu planen. Die konzeptionelle Weiterentwicklung kann besprochen und schriftlich fixiert werden. Gerade das Zusammentreffen von verschiedenen Charakteren und Persönlichkeiten des pädagogischen Fachpersonals ist eine Chance, für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit und verhindert den Stillstand. Jedes Teammitglied kann sich mit seinen individuellen Stärken einbringen. Auftretende Probleme und Schwierigkeiten können gemeinsam gelöst werden. Die jährliche Fortbildung von jedem Teammitglied ist verpflichtend, so wie auch das Mitarbeitergespräch zur Motivation und Weiterentwicklung.

Die gemeinsamen Teamsitzungen beider Häuser finden immer mittwochs für 1,5 std statt. Am ersten Mittwoch im Monat findet ein Großteam statt, an den darauf folgenden Teamsitzungen nimmt jeweils nur ein Vertreter der jeweiligen Hausaufgabegruppen teil. Montags und dienstags finden jeweils hausinterne Besprechungen statt.

 

1.7 Ferienbetreuung

Die Ferien bieten den Kindern und uns die Chance, fernab von Hausaufgaben und Schule, für eine entspannte Hortzeit. Es bleibt endlich einmal genügend Zeit in Ruhe zu spielen oder kreativ zu sein.

Wir planen mit den Kindern im Vorfeld das Ferienprogramm mit Ausflügen, das gemeinsame Kochen, kleine Projekte und Aktionen.

Die Ferienzeit ist Entspannung für alle und manchmal wollen alle nur die Ruhe und Behaglichkeit der Räume beim Vorlesen, Bauen, Malen, Musik hören und vielem mehr genießen.
 


1.8 Organisatorisches

1.8.1 Öffnungszeiten

Während der Schulzeit:

Montag bis einschließlich Freitag: von 11:00 Uhr - 17:00 Uhr = max. 6 Stunden


In offenen Ferienzeiten:

Montag bis einschließlich Freitag: von 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr = max. 9 Stunden

Die Anmeldung erfolgt nach Vereinbarung und an den Anmeldetagen.

1.8.2 Kosten

Gebühren und Buchungszeiten:
individuelle Buchungsstaffelung von Betreuungszeiten mit/ohne Ferienbetreuung,
Geschwisterstaffelung ab dem 2. Kind

Schulzeit: max. 6 Std.   Ferienzeit: max. 9 Std.  pro Monat zusätzlich:
3-4 Std. für 83,00 Euro 

möchten Sie Ferienbetreuung 

buchen?

Spielgeld:  3,50 Euro 
4-5 Std. für 89,00 Euro  Getränke:  2,50 Euro    
5-6 Std. für 95,00 Euro   pro Essen: 3,50 Euro    


Ferienbetreuung

Bsp.:

8-9 Std.  

15 Tage Ferienbetreuung gebucht 

einmalig 30,00 Euro

8-9 Std.   30 Tage Ferienbetreuung gebucht

einmalig 40,00 Euro

                                         

                                                                                                                                                                            


1.8.3 Tagesablauf

Unser Tagesablauf besteht aus dem individuellen Ankommen der Kinder, einer Freizeitphase, dem Mittagessen, der zuverlässigen Erledigung der schriftlichen Hausaufgaben in festen Gruppen, Aktionen nach Wünschen der Kinder und der abschließenden Snackstunde.In den Funktionsräumen haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Bedürfnissen entsprechend zu spielen oder sich in die Aktionen einzubringen. Bei Bedarf gibt es eine Kinderkonferenz.

offenes Freispiel (11:30-13:45): spielerische Förderung, Medienerziehung (Umgang am PC von der „Maus“ bis zum Internet), Bastel- und Werkangebote, Bilderbuchkino, Spielzeugtag, Legobauen, Ballspiele, etc

Hausaufgaben Die Hausaufgaben werden in festen Gruppen  mit entsprechenden Bezugserziehern erledigt. Feste Rituale geben den Kindern Sicherheit und individuelle Begleitung ist unser Hauptanliegen. Die Hausaufgaben werden auf Richtigkeit geprüft und ein enger Kontakt zu den Lehrkräften besteht. Am Freitag werden die Hausaufgaben zu Hause erledigt. Diese Zeit können wir somit für gemeinsame Aktionen nutzen, um das soziale Miteinander zu fördern.

Aktionen (15:30-17:00): Sport in derTurnhalle, Fahrzeuge fahren auf dem Pausenhof oder Skaterplatz, Spielen im Garten und am Bach, Waldbesuch, Bolzplatz, Singen und musizieren, Geschichten erzählen, gemeinsames Kochen, Theater spielen, etc

Projekte (15:30-17:00): Schimmprojekt, Waldprojekt, Nordic-Walking, Kletterprojekt etc.

Geburtstage feiern wir am letzten Freitag im Monat. Bereits am jeweiligen Montag zuvor treffen sich die Kinder und planen nach ihren Wünschen mit einer Erzieherin ihren Tag (z.B. Einladungskarten werden geschrieben, Mottopartys organisiert, etc.).Zur Feier treffen sich alle Kinder im Bewegungsraum. Für die Geburtstagskinder ist ein besonderer Platz dekoriert. Gemeinsam beginnen wir mit einem Lied. Anschließend haben die Hortkinder die Möglichkeit, den Feiernden einen Wunsch mit auf den Weg zu geben. Im Anschluss finden Aktionen statt, die sich die Geburtstagskinder wünschen. Zu diesen können sie ihre Freunde einladen. Im Schlössle findet die Feier im Rahmen der Snackstunde statt.

Beschwerdemanagement für Kinder Die Kinder haben die Möglichkeit einmal wöchentlich an einer Zusammenkunft teilzunehmen. Dort können sie ihre Beschwerden anbringen, welche dann im Hort durch einen Aushang öffentlich gemacht werden.


1.9 Situationsanalyse

Alle Hortkinder besuchen Lindenberger Schulen, darunter die Grundschule, die Förderschule (AHS),die Mittelschule, die Realschule und das Gymnasium. Für Kinder, die aus den umliegenden Ortschaften kommen, gibt es die Möglichkeit einen Gastkindplatz zu beantragen.

Diese große Altersspanne bietet die Chance von einander zu lernen und fördert dadurch den Integrationsgedanken. Jedes Alter fordert seine geschlechtsspezifische Pädagogik, mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen (geschlechtergetrennte Rückzugsmöglichkeiten).

Nicht nur die große Altersspanne und die Geschlechterverteilung, auch die unterschiedlichen Familienstrukturen machen unseren Hortalltag vielseitig und spannend.

Der Hort wird zum Sozialraum über Jahre hinweg. Viele Kinder bleiben über die Grundschule hinaus bei uns und entwickeln sich vom Kind zum Jugendlichen, der in die Gesellschaft hinaustritt und dort bestehen muss.



2. Ziele der Einrichtung (Angelehnt an den Sozialbericht 2006 der Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.)

Das wichtigste Ziel, das wir uns gesetzt haben ist es,

 >Lebenskompetenzen zu vermitteln

Um diese Lebenskompetenzen zu erreichen, sind andere Kompetenzen Grundlage.

  1. eine schnelllebige Wissensgesellschaft braucht, intelligente, denkfähige und problemlösende Bürger, die neugierig sind auf das was kommt und sich dieses dingbar machen >Kognitive Kompetenz<
  2. eine unsichere Risikogesellschaft braucht, widerstandsfähige, flexible und individuelle Bürger, die für sich und andere Verantwortung tragen >Personale Kompetenz<
  3. eine anspruchsvolle Arbeitsgesellschaft braucht, lebenslang lernende, pflichtbewusste, ehrgeizige Bürger, die für sich und andere eine umweltfreundliche wie kollegiale Arbeitswelt mit gestalten und erhalten wollen. >Soziale Kompetenz<
  4. eine notwendige und demokratische Gesellschaft braucht, politisch interessierte, wahlbereite Bürger, die Informationen kritisch abwägen und öffentliche Belange regional-, bundes- und weltweit mit gestalten wollen >Demokratische Kompetenzen<
  5. eine tolerante Zivilgesellschaft braucht,weltoffene, solidarische und kooperative Bürger, die Menschen aller Art akzeptieren und gemeinsam mit ihnen Ziele wie Wege für ein friedliches Miteinander erarbeiten. >Partizipation und Emotionale Kompetenzen<


2.1 Umsetzung der Ziele

Nur wer sich sicher, angenommen und wohl fühlt, kann sich auf das Lernen und auf Neues einlassen, deshalb ist uns das tägliche Ankommen besonders wichtig. Das freundlich, wiederkehrende Begrüßungsritual gibt Sicherheit, Struktur und vermittelt das Angenommen sein (hast du neue Hausschuhe, ist die Mama wieder gesund, etc.).

Das Interesse von Seiten des Erziehers ist die Grundvoraussetzung für eine vertrauensvolle Interaktion. Alle Erzieher führen in ihren Funktionsräumen sporadische, wie gezielte Beobachtungen für jedes einzelne Kind durch. Die Beobachtungen werden im Team ausgewertet und besprochen, so können Entwicklungs- und Lernschritte, Interessen, Probleme und Konflikte der Kinder erkannt und gemeinsam gelöst werden. (Entwicklungsdokumentationen werden fortgeschrieben und mit den Eltern, Lehrern, Therapeuten wie JU besprochen, nur so ist eine Veränderung für das Kind zu erreichen). Unsere Arbeit soll transparent, offen und wertschätzend für alle sein (Natürlich werden die Eltern informiert und ihre Genehmigung eingeholt).
Das Personal, die Kinder und deren Eltern, die unsere Einrichtung besuchen, tragen alle eine persönliche und individuelle Lebensgeschichte in unser Haus und Leben hinein. Wir alle lernen täglich Neues in Form von Sprache, Kulturen, Religionen, Persönlichkeiten, Ansprüchen, Aussehen, Auftreten, Essen, Wissensständen, Interessen, Vorlieben, Behinderungen, Krankheiten und Lebensformen kennen. Manches ist uns bekannt, manches fremd oder erschreckt uns. Dies alles sind wir in unserer Einrichtung bereits gewohnt und wir haben gelernt, dass wir darüber offen sprechen können und uns nicht davor scheuen, die für uns Fremdartigkeit anzusprechen. Einige Eltern und Kinder sind dazu bereit,  uns an ihrem „Anders sein“ teilhaben zu lassen. Sie kochen Speisen aus ihrem Land, erzählen von ihrer Krankheit, schämen sich nicht uns allen ihre Behinderung zu erklären. Wieder andere brauchen noch mehr Zeit und Vertrauen, um sich zu öffnen.

Wir akzeptieren beides und besprechen mit den Kindern gemeinsam immer wieder, dass bei uns alle Menschen willkommen sind und jeder ein wichtiges Mitglied in unserer Gemeinschaft ist. Jeder ist einzigartig, jeder hat seinen Platz im Ganzen und jeder kann etwas Besonderes, was ihn eben so einzigartig macht. Alle Kinder lieben ihre Eltern mit all ihren Eigenschaften und deshalb ist deren „Angenommen sein“ in unseren Häusern eine wichtige Vorraussetzung, um Konflikte auszuhebeln und sich angenommen fühlen zu können:

>Partizipations- Kompetenzen Emotionale Kompetenz<,

>Demokratische Kompetenzen Personale Kompetenz<

Das Lernen, lernen wir in den einzelnen Hausaufgaben- und Kleingruppen, die individuell gestaltet sind. Jede Altersgruppe braucht spezielle, wie auch allgemeine Elemente. Es gibt Pausen zum Plaudern, um sich zu erholen, um Wichtiges, was gerade für das einzelne Kind vorrangig ist, mitteilen zu können, um dann wieder zur konzentrierten Arbeit zurück kehren zu können oder erst beginnen zu können. Jeder Erzieher hat da eigene Vorlieben und Vorgehensweisen (Kinesologie, Witz und Humor, Entspannungs- oder Bewegungsübungen, etc.).

Mit den jüngsten Kindern muss die tägliche Hausaufgabenerledigung erst eingeübt werden. Mit den Kindern in der vierten Klasse ist es wichtig, dass der Druck der Selektion gemindert wird und realistisch ihre weitere Schullaufbahn besprochen wird. Elterngespräche sind bei diesem Thema sehr wichtig. Spätestens in der 5. Klasse sind individuelle Lernstrategien bei den Hausaufgaben einzuführen (Lernplakate, Karteikartensysteme, eigenen Lerntyp entdecken und dessen Eigenschaften erläutern, etc.). Jeder Erzieher ist für seine Gruppe verantwortlich, wobei Hilfe vom Team jeder Zeit möglich ist. Die höheren Klassen brauchen Hilfe zum erfolgreichen Selbstmanagement, um Lernstoff zu erarbeiten. Es muss viel Zeit und Raum für die individuelle Begabung gegeben werden, die in den verschiedensten Bereichen liegen kann. Die Erfolge, die zum Beispiel beim Sport erlebt werden, können dann in die Lernsituation oder dem Verhalten übertragen werden.

Hier spielt auch das Beschwerdenmanagement eine große Rolle. Partizipation bedeutet Mitbestimmung der Kinder in allen Bereichen, welche das Kind betreffen. Nur Kinder, die auch gelernt haben, Kritik äußern zu dürfen und dabei ernst genommen zu werden, werden in ihrem späteren Leben ihre Meinung äußern, hinter dieser stehen und bereit sein, Kompromisse einzugehen.

In unserer Einrichtung haben die Kinder in verschiedenen Bereichen die Möglichkeit ihre Kritik zu äußern. Es steht ihnen jederzeit Möglichkeiten zur Verfügung wie zum Beispiel ein Briefkasten, in dem sie ihre Beanstandung einwerfen können, in der Kinderbefragung, der täglichen Kinderkonferenz und der Teestunde werden sie impliziert danach gefragt, ob sie Veränderungswünsche haben. Nicht zuletzt der Bezugserzieher, zu dem die Kinder eine Bindung und somit Vertrauen aufbauen, ist Anlaufstelle für ihre Kritik, Wünsche und Bedürfnisse.


So kann >Personale Kompetenz, Soziale Kompetenz, Emotionale Kompetenz< aufgebaut und gefestigt werden. Diese erlangten Kompetenzen können dann auf andere Bereiche positiv einfließen.

Für alle Altersstufen gilt, dass sie durch ein Selbstbewertungssystem sich und ihre Arbeitsleistungen erkennen sollen. Dieses „sich selbst einschätzen zu lernen“ ist der erste Schritt zum erfolgreichen Selbstmanagement, um Wissen zu festigen. Dies dient uns zur Dokumentation der Hausaufgabensituation und für Gespräche mit Eltern und Lehrer.

Freitags und vor Feiertagen erledigen wir keine Hausaufgaben, sondern haben Zeit für Aktivitäten zum Jahresthema, Jahreskreis und die Wünsche der Kinder. Diese Wünsche, wie auch das Ferienprogramm werden immer mit den Kindern besprochen und realisiert (Kinder führen Interviews durch, Fragen Preise nach, Helfen bei Recherchen, etc.). Per Mehrheitswahl wird abgestimmt und dies muss dann von allen akzeptiert werden:

>Demokratische Kompetenzen<

Demokratie muss man erfahren und erlernen. Demokratie lernen die Kinder bei uns in der täglichen Kinderkonferenz und ab Februar 2012 durch unsere Verfassung und im täglichen Hortalltag (z.B. Wunschwand, Wunschbox für die Snackstunde, Konfliktlösungsstrategien und Prävention, etc.).

Wichtig für uns ist es, die > Rechte der Kinder zu stärken <.

In einer Gemeinschaft, in deren Vordergrund das soziale Miteinander steht, ist es notwendig, den Gruppenaspekt vor die Individualität zu setzen. Die Entwicklung des Sozialverhaltens darf nicht der Individualität untergeordnet werden. Wir möchten, dass die Interessen der anderen Kinder toleriert werden und allen die gleiche Wertschätzung entgegen gebracht wird, ohne die Individualität zu vernachlässigen.

„Pädagogische Gerechtigkeit bedeutet, nicht jedem das Gleiche, sondern jedem Das, was er braucht.“

Jedes Kind hat im Kinderhort das Recht, mit seinen individuellen, sozialen und kulturellen Voraussetzungen angenommen zu sein. Wir möchten mit den Kindern leben, lernen und sie gemäß ihren Bedürfnissen in ihrer Entwicklung begleiten. Die Kinder haben das Recht auf Unterstützung ihres leiblichen, geistigen und seelischen Wohls.

Die Kinder suchen sich ihre tägliche Freizeitbeschäftigung, die Spielpartner, die Spieldauer individuell je nach ihrer Tagessituation selbständig aus (solange keine Regelverletzung vorliegt). Die Freizeitaktivitäten können durch die Vielfalt der Räume und des Personals auch täglich für die Kinder individuell gestaltet werden. Die Kinder müssen jedoch auch lernen, Widerstände aushalten zu können. Zum Beispiel, wenn das Wunschzimmer bereits besetzt ist oder der Wunschpartner nicht zur Verfügung steht. Der Erzieher ist im Freispiel Partner und Begleiter, wie auch Beobachter. Kurzbeobachtungen werden in einem Ordnerl dokumentiert. Sollten sich Kinder über das normale Maß hinaus und nicht mehr entwicklungsgerecht oder einseitig beschäftigen, wird dies im Team analysiert, gegebenenfalls mit den Eltern besprochen, so wie Hilfestellungen erarbeitet. Der Erzieher ist Vermittler, Berater und Bezugsperson und hilft den Kindern, zum Beispiel als Vermittler, Kontakte zu Spielpartnern oder anderen Erziehern zu knüpfen.

>soziale Kompetenz<

Die Funktionsräume sollen die erforderliche Gegensätzlichkeit von Aktion- und Ruhephasen & Anspannung und Entspannung bieten.

Beispiele:

Bewegungsraum und  Snoezelenraum
Lernwerkstatt   und Kreativraum
Pausenhof und Garten (Wahrnehmng mit allen Sinnen)
Konstruktionsraum und Medienraum

 

 

 

 

 

 

Bildung, Qualifikation und Kompetenzen und das Erlernen von Diskurs- und  Konfliktfähigkeit entscheiden über die beruflichen und gesellschaftlichen Chancen eines jeden Menschen. Seine Zukunftschancen sind davon abhängig. Bildung bedeutet Entwicklung der Persönlichkeit, der Identität und der Gemeinschaftsfähigkeit.

Kooperations-Integrations-Projekt:
Wenn die Bildungsförderung für alle Kinder gilt, kann dies durch integrierte Strategien erfolgen. Diese integrierten Strategien setzen ein neues Verständnis von Kooperation zwischen Schule, Kita und Eltern voraus.
Soziale, kulturelle und sportliche Organisationen müssen mit einbezogen werden, denn dies schafft die Grundlage zur Förderung von individueller Begabung. Wir helfen deshalb den Jugendlichen Organisationen auszuwählen, die ihrer individuellen Begabung entsprechen. Das Eingebunden sein in einer Gemeinschaft/Gemeinde bietet Sicherheit. So öffnet sich der/die Lebens- und Erfahrungswirklichkeit von Kindern besonders den Jugendlichen und deren Eltern, die dadurch auch einen Aufbau von sozialen Kontakten erleichtert. Wir berücksichtigen die sozialen und ökonomischen Besonderheiten der Lebenssituation der Familien. Um dies leisten zu können, muss Beobachtung und Analyse vorab erfolgen, denn nur so kann eine realistische Unterstützung zur speziellen Förderung und Integration ermöglicht werden. Evtl. müssen Sponsoren für die Kosten der Organisationen gefunden werden. Der Hort selbst wird so zum Sozialraum und fördert über das Lernen hinaus soziale und emotionale Persönlichkeitsbildung.
Übergänge (Transitionen) zwischen Bildungseinrichtungen und Bildungsangeboten müssen so gestaltet werden, dass keine Brüche in der individuellen Lernbiografie entstehen. Es sollte immer eine zweite Chance geboten werden, so dass die Kinder ein neues Ziel zur eigenen Weiterentwicklung anstreben können. Beispiel hierfür in unserer Einrichtung ist die Bewältigung des Einstieges in die Schule, die Möglichkeit in der Förderschule zu bleiben, in die Grundschule zurück zu kehren, den Übergang in eine höhere Schule zu schaffen und dort zu bestehen, die Hauptschule mit einem Abschluss zu verlassen, Einblicke in die Arbeitswelt durch Schnupperlehren zu ermöglichen, in die Arbeitswelt selbstsicher einzutreten. Um Ziele sichtbar zu machen, können die Kinder Bildungsbücher anlegen und gemeinsam mit dem Erzieher individuell führen.
Der Erwerb von Alltagskompetenzen bis 14 Jahre, sowie der Aufbau eines eigenen Lebensentwurfs, von Beziehungen und Partnerschaft stehen für die jungen Menschen genauso im Vordergrund, wie der Erwerb einer beruflichen Voraussetzung.
Familie und Bildung gehören für uns zusammen.
Kinder mit/ohne mehr Förderbedarf sind Gewinn bringend für alle Kinder und Erzieher. Sie können von einander lernen und spielerisch wächst ein respektvoller und positiver Umgang miteinander. Grundsätzlich gilt eine Wertschätzung aller Kinder mit ihren bunten Facetten untereinander, von den Eltern, dem Umfeld und vom Personal. Jedes Kind wird als individuelles, kompetent handelndes Wesen erkannt und so wie es ist, angenommen.
Jedes Kind kann im Rahmen seiner Interessen und Möglichkeiten sein eigenes Lernen konstruieren. Damit sind Denken und Lernen nicht nur geprägt von sozialen Einflüssen, sondern die Kinder sind selbst soziale Phänomene im Zuge wechselseitiger Prozesse.
 

3. Pädagogisches Konzept: „Offene Arbeit“

Dem Konzept der „offenen Arbeit“ liegt ein Partizipationsverständnis zu Grunde, das alle Betroffenen zu aktiven Gestaltern und Akteuren ihrer Umwelt macht. Wir Erzieher vertrauen darauf, dass Kinder durch selbstinitiierte, -gesteuerte und -geregelte Situationen Chancen für optimale Lernvoraussetzungen, die zu ihrer persönlichen Entwicklung beitragen, finden können. Die Erzieher finden sich in der Rolle als Begleiter, Lernpartner, Zuhörer, Unterstützer, Berater und Coach wieder.

Da die Hausaufgaben- und Kleingruppen konstant sind, haben die Kinder eine feste Bezugsperson, die sie auch im Freispiel suchen können. Die offene Arbeit und das offene Konzept ermöglicht den Kindern Spiel- und Handlungsvielfalt mit und durch andere Kinder zu erfahren. Den Erziehern ermöglicht der stetige Austausch und das Miteinander einen Einblick aus erster Hand und einen Bezug für die gemeinsamen Erlebnisse, Situationen, gelebte Pädagogik, sowie das Verhalten der Kollegen und die Chance dieses gemeinsam zu reflektieren und neue Prozesse zu gestalten.


4. Integrationsprojekt als Besonderheit in unserem Hort

4.1 Intensionen des Projektes

Die Intensionen des Projektes sind eine intensive Unterstützung für Hortkinder und deren Familien bei Problemen und schwierigen Lebenssituationen und die positive Unterstützung und Verknüpfung zwischen Schule und Hort.
Die Umsetzung des Integrationsprojektes geschieht durch eine Integrationsfachkraft für die Schule und den Hort, mit der fachlichen Unterstützung vom Amt für junge Menschen und Familien Lindau.
Unser Ziel ist es, durch mehr Fachpersonal, ein größeres Arbeitsfeld abzudecken und individuelle Unterstützung zu bieten.

Der Grundgedanke dieses Projektes ist es, den Familien mit ihren Kindern in schwierigen Lebenssituationen und den daraus resultierenden Problemen, übergreifende Hilfe anzubieten. Den Kindern mit Entwicklungsbeeinträchtigungen, die eine jugendhilferelevante Indikation darstellen (Hilfe zur Erziehung und/oder Eingliederungshilfe), eine entsprechende Betreuung und Förderung anzubieten. Auf Grundlage der Hilfeplanung entwickeln die Fachkräfte mit allen Beteiligten neue Ziele und Methoden, so wie deren Realisierung. Die Kinder werden mit all ihren Stärken wie Schwächen ganzheitlich gesehen und über verschiedene Kanäle zur positiven Entwicklung begleitet. Da dies ohne die Eltern/Personenberechtigten nicht möglich ist, bedarf es einer nahen und intensiven Elternarbeit. In Kooperation mit allen Beteiligten bieten wir den einzelnen Kindern und deren Familien neue Lösungsansätze für die unterschiedlichsten Entwicklungsbeeinträchtigungen oder Probleme an. Diese Zusammenarbeit bezieht sich vorwiegend auf die Grundschule, schließt jedoch die anderen Schulen nicht aus. Eine gezielte, individuelle Hilfe beinhaltet den Kontakt zu den verschiedenen Institutionen wie z.B. Erziehungsberatungsstelle, Therapieeinrichtungen, anderen Fachpersonen bis hin zu Freizeitanbietern.

Das gesamte Team arbeitet an dieser umfangreichen Aufgabe mit, wobei unsere Heilerziehungspflegerinnen/Integrationskräfte überwiegend den schulischen Part und die individuelle Elternarbeit übernehmen. Das zusätzliche Personal arbeitet mit Kleingruppen bei den Hausaufgaben, um die intensive und individuelle Unterstützung bei den verschiedensten Teilleistungsstörungen. (ADS / ADHS, Dyskalkulie, Legasthenie) oder Blockaden zu geben. Das Personal kann durch den höheren Personalschlüssel individuelle Freizeitgestaltung in Kleingruppen anbieten und somit die Konfliktpunkte senken bzw. die Lernsituationen erst schaffen.

4.2 Konzept des Projektes

Für einige Kinder ist es vom ersten Schultag an notwendig, dass sie in der Schule individuell unterstützt werden. Nur durch diese intensive Unterstützung der Integrationskraft können diese Kinder in der Regelschule bleiben oder erst dieses Ziel erreichen. Diese Kinder können so in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben, sich dort angenommen fühlen und entwickeln. Ihr vertrautes Umfeld hilft ihnen dabei.

In Gesprächen mit allen Beteiligten (Eltern, Hort, Schule und Therapeuten) wird die Durchsetzung der neuen Erziehungsziele individuell auf jedes Kind abgestimmt und so immer auf dem aktuellsten Stand gehalten. Allen Beteiligten sind die pädagogischen Absprachen bekannt, werden dokumentiert und immer wieder überprüft. Dies gibt den Kindern Stabilität, verlässliche Strukturen und Sicherheit. Probleme, Rückschläge, wie auch Erfolge werden gemeinsam getragen wie auch erlebt.

Um gemeinsame Ziele erreichen zu können, darf es keine Schuldzuweisungen geben, sondern nur ein aktives Miteinander.

Unsere Pädagogik baut auf positive Unterstützung und Lob. Negatives Verhalten wird entweder sofort durch Gespräche aufgezeigt, oder wenn möglich ignoriert. Für die Wertevermittlung oder Veränderung bauen wir auf unser gutes Vorbild und die Integration mit den anderen Kindern, wie Gespräche und Projekte.

 

4.3 Ziele des Projektes

4.3.1 In der Grundschule

  • Sensibilisierung für die besonderen Bedürfnisse der Kinder. Gemeinsam mit den Lehrern Ideen entwickeln, wie man das einzelne Kind noch besser unterstützen kann.
  • durch Beobachtung die Stärken und Kompetenzen der Kinder wahrnehmen.
  • Raum zur Entfaltung schaffen, damit die Kinder ihre Stärken erleben und selbst erkennen können, wenn erste Erfolge und die daraus entstehenden positiven Gefühle erreicht wurden
  • individuelle Verstärkungsprogramme einsetzen
  • die Sozialkompetenz der Kinder erhöhen (Magic Circle), bei konkretem Bedarf, so wie zur Prävention von Konflikten. Konflikte werden besprochen und Lösungen erarbeitet. Die Kinder erfahren Sicherheit durch die vertraute Person, die bei Problemen mit Lehrern oder Mitschülern hilft und bespricht. (Turnbeutel vergessen/ Streitigkeiten)

 

4.3.2 Im Hort

  • den Kindern Sicherheit geben
  • bei schulischen Problemen (Hausaufgaben, schlechte Noten, Ärger, Streitigkeiten), die mit in den Hort getragen werden, Klärung schaffen
  • Abmachungen, die mit den Lehrkräften vereinbart wurden mit dem Hortpersonal besprechen, (Hausaufgaben, Hygiene, Verhalten, etc.)
  • neue Arbeitstechniken aus der Schule werden an das Hortteam schnell vermittelt, damit die Kinder in der selben Arbeitstechnik unterstützt werden können
  • Schulaktionen werden schneller und zuverlässig mitgeteilt (Krankmeldung der Kinder, Ausflüge, Schulaktionen, Unterrichtsausfälle, etc.).
  • mit dem Hortteam neue Strategien entwickeln und gemeinsam umsetzen
  • kleine Projekte, die die Stärken und Kompetenzen der Kinder hervorheben, anbieten wudurch das Selbstbewusstsein der Kinder durch ihr eigenes Tun gestärkt wird. 
     

Die Kinder sind nicht ausgeschlossen, sondern erleben Erfolg in der Gemeinschaft mit vielen Gleichaltrigen in beiden Institutionen.

                                                            Fernziel Inklusion


4.3.3 Für und mit den Eltern, in Schule und Hort

Partner sein bei Lehrer- und Elterngesprächen
kleine Problemchen sofort klären bevor ein Problem entsteht
Einzelgespräche mit den Eltern
Gespräche mit allen Beteiligten gemeinsam
Diskretion, soweit diese zum Wohle des Kindes möglich ist
Hilfe zur Selbsthilfe
Ehrlichkeit zu allen Beteiligten
schriftliche Vereinbarungen verfassen und gegebenenfalls einfordern
Anerkennung und Ernstnahme der Elternrolle
Engagement
Sensibilisierung für die Probleme des Kindes
Stärken und positive Entwicklungen der Kinder aufzeigen und sich gemeinsam mit den Familien darüber freuen
Liebe zum Kind unterstützen
Verhaltensweisen aufzeigen und deren Wirkung
Eltern durch die Mithilfe im Hort integrieren (bei Ausflügen, gemeinsame Beschäftigungen wie z.B. Backen, Malen oder bei den Hausaufgaben unterstützen)
 

Dieses größere Ganze muss natürlich von allen Hortmitarbeitern getragen werden. Um den unterschiedlichen Anforderungen gewachsen zu sein, muss das Team eine Einheit bilden.

Da nun zwei Gruppen direkt an der Grundschule sind, werden natürlich die gemeinsamen Aktivitäten, der Austausch, die Kooperation, das gegenseitige Aushelfen bzw. Mithelfen, die Nutzung von gemeinsamen Räumen mehr werden und beide Institutionen können von einander lernen und profitieren davon.


4.4 Hospitation

Da sich das Integrationsprojekt seit Jahren als Gewinn für alle Beteiligten, aber besonders für die Kinder, dargestellt hat, haben wir weiteres Fachpersonal für Hospitationen einmal die Woche in Grundschule, Förderschule und Hauptschule integriert. Das Fachpersonal kann in kleinerem Rahmen den einzelnen Kindern, wie Eltern ihre Unterstützung anbieten.


4.5. Kooperationsvertrag mit der Antonio-Huber Schule SFZ Lindenberg
Seit September 2013 besteht ein Kooperationsvertrag mit der Antonio-Huber Schule SFZ Lindenberg. Durch Personal, dass in beiden Häusern arbeitet, soll hier eine übergreifende Zusammenarbeit entstehen. Nicht nur das gegenseitige Nützen der Räume und die gemeinsamen Aktionen, sondern auch der Austausch an Fachwissen soll uns in unserer Arbeit bereichern.

 


 5. Prüfung unserer pädagogischen Arbeit

Wir erstellen Protokolle von allen Teamsitzungen, so dass alle Beschlüsse nachlesbar, so wie auch kontrollierbar sind. Beobachtungen und Begebenheiten bei den Kindern, spontane wie gezielte, werden schriftlich verfasst und im Team analysiert, um so neue Ziele für das einzelne Kind festzulegen. Dies dient dem Team als Grundlage für Gespräche, für die Weiterentwicklung unseres Erziehungs- und Bildungsauftrages und für die eigene Motivation. Elterngespräche werden vor- und nachbereitet. Kinderkonferenzen werden vor- und nachbereitet, Beschlüsse sichtbar und kindgerecht an der Pinnwand veröffentlicht. Kinder und Elternbefragungen werden durchgeführt, ausgewertet und die Ergebnisse konzeptionell verarbeitet.

6. Reflexion

Alle Feste und Projekte werden vor- und nachbereitet. Alle Dinge die nicht geklappt haben werden im Team, mit den Kindern, so wie allen Beteiligten besprochen. Wo waren die Fehler, wie kann der Fehler beim nächsten Mal vermieden werden. Ebenso verfahren wir mit dem, was super funktioniert hat, um Erfolge sichtbar zu machen. Wir bekommen viele positive Feedbacks von den Eltern und Familienangehörigen, den Lehrern und allen, die mit unseren Häusern zu tun haben. Daraus schöpfen wir neue Kräfte und bleiben nicht stehen, sondern gehen gemeinsam neue Wege. Die Eltern, Geschwisterkinder, Großeltern und Freunde der Eltern besuchen gerne unsere Feste und beteiligen sich rege bei Ausflügen. Leider ist das Interesse an Elternabenden nur sehr gering. Wir suchen immer noch nach neuen Wegen, wie wir Elternabende neu gestalten können, um noch mehr Eltern zu erreichen.

 

Schlusswort

Die Zusammenarbeit zwischen beiden Häusern verbindet uns miteinander, deswegen werden wir weiterhin Feste und Projekte gemeinsam vorbereiten und durchführen. Auch die neuen Räume (Medienraum, Werkraum usw.) können von allen Kindern genutzt werden.

Wir möchten alle neuen Mitarbeiter an unseren Visionen teilhaben lassen, deren Visionen kennen lernen und wieder alles zu einem Ganzen verbinden.

Wir wünschen uns mehr Zeit für die Kinder und ihre Belange. Dies müsste aber unweigerlich bedeuten, weniger organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben zu erledigen.

                        Durch Struktur in die eigene Freiheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Seite 1 von 9)
E-Mail Drucken